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Aggression: Umgang mit aggressivem Verhalten


Menschen mit aggressiven Tendenzen, die durch Krankheit, Ängste, Schmerzen, Hilflosigkeit, Streß und das Gefühl, dass niemand hilft, verstärkt werden können, entwickeln mitunter bei den geringsten Anlässen emotionale Ausbrüche. Je nach Veranlagung und Situation äußert sich dies in mehr oder weniger massiven verbalen Angriffen wie Beschimpfungen, Anschuldigungen, Drohungen bis hin zu Handgreiflichkeiten und Gewalttätigkeiten gegenüber sich selbst oder der näheren Umgebung. Da Angriffe naturgemäß Verteidigungsreaktionen auslösen, können latente oder offene Machtkampfsituationen entstehen, bei denen der Patient die schlechteren Chancen hat und schon deshalb die Pflegenden und andere berufliche Helfer in ein negatives Bild stellen. Um derart destruktive Pflegesituationen zu vermeiden, ist folgendes zu beachten:


Ziel:


Dem Patienten soll möglichst kein Grund für Aggressionen geboten werden. Er soll vorhandene Aggressivität abbauen können, ohne sich und andere dadurch zu schädigen.


  1. Reagieren Sie frühzeitig auf aggressive Tendenzen, wie Gereiztheit, häufige Unmutsäußerungen u.ä. und sprechen Sie mit dem Patienten darüber. Beispiel: "Sie wirken irgendwie ständig unzufrieden, was stört Sie denn konkret?"Den Patienten anregen, über die Beweggründe seines Unmutes nachzudenken, ihm Gelegenheit geben, diese auszusprechen, Angestautes abzubauen und sich zu entlasten, damit es gar nicht erst zur "Explosion" kommen kann.

  2. Achten Sie stets auf eine angemessene Information des Patienten. Weiß er über seine Erkrankung, Behandlung, Zweck und Durchführung bestimmter Maßnahmen u.a.m. Bescheid? (ggf. auch den Arzt auf Unklarheiten hinweisen)

  3. Vergewissern Sie sich vor jeder Maßnahme, ob der Patient damit einverstanden ist. Beispiel: "Ich würde gerne Ihren Mund nochmals auswischen, damit die Schleimhäute nicht eintrocknen. Sind Sie damit einverstanden?" Oder: "Sollen wir zu Ihrem eigenen Schutz, damit Sie diese Nacht nicht noch einmal aus dem Bett fallen, einen Bettrahmen anbringen?"

  4. Handeln Sie nicht gegen den Willen / Widerstand des Patienten, sondern versuchen Sie, ihn stets von der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen zu überzeugen. Gelingt dies trotz mehrfachen, einfühlsamen Bemühens nicht, ist das weitere Vorgehen im Team (Pflegeteam, Stationsarzt und ggf. Angehörige) zu besprechen.

  5. Hören Sie dem Patienten zu und versuchen Sie zu verstehen, was ihn innerlich unter Druck setzt. Beispiel: "Ich kann verstehen, dass die ... Sie stark belasten und überlege, wie ich Ihnen helfen kann, damit Sie damit besser zurecht kommen."

  6. Vermeiden Sie Ja-Aber-Gespräche und Debatten mit einem Patienten, der offenbar sehr erregt oder verärgert ist. Geben Sie ihm stattdessen die Möglichkeit, seinem Ärger verbal Luft zu machen. Möglichst brüllen / schimpfen lassen, anstatt sofortiges Beschwichtigen oder in gleicher Lautstärke zurück schreien. Beispiel: "OK, ich sehe, dass Sie sich furchtbar aufregen, aber ich verstehe nicht, worum es überhaupt geht. Was ist passiert, wer oder was ärgert Sie derart?"

  7. Achten Sie darauf, ob bestimmte Personen oder Situationen Aggressionen auslösen und versuchen Sie, diese Ursachen möglichst zu unterbinden. Beispiel: Uneinigkeit oder Sticheleien von Mitpatienten, der Besuch eines bestimmten Angehörigen, eine bestimmte Pflegeperson, ein Arzt.

Bei tätlichen Angriffen und unberechenbarem Verhalten, z.B. unter Alkoholeinfluß, Schlägerei etc., sind notwendige Selbst- und Fremdschutzmaßnahmen zu ergreifen:


Sofern der Gewalttätige körperlich überlegen erscheint, sofort Rückzug antreten, Raum verlassen, sich selbst und ggf. Mitpatienten in Sicherheit bringen, Hilfe herbeirufen, evtl. Polizei anfordern; notfalls den Gewalttätigen mit mehreren Personen überwältigen.


Dieser Standard, basiert auf den von A. v. Stösser herausgegeben

"Qualitätsstandards in der Krankenpflege".

Weiterverarbeitung ist nur unter Gewährleistung einer korrekten Quellenangabe gestattet.


Herzlicher Dank an Frau Adelheid von Stösser www.pflegekonzepte.de für die Erlaubnis zur Verwendung der Standards an dieser Stelle.

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Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter