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Apoplexie (Schlaganfall): Eß-, Trink- und Schluckstörung


Je nach Lokalisation und Ausmaß der Hirnschädigung kann eine ausgeprägte Störung der Mundmotorik/-sensorik vorliegen, so daß die orale Nahrungsaufnahme erschwert oder unmöglich ist und die Gefahr einer Mangelernährung besteht. Zudem können Schluckstörungen zu dramatischen Hustenanfällen oder zur Aspiration (in diesem Fall Nahrung gerät in die Luftröhre, Lunge) führen, wodurch eine ausreichende Ernährung mitunter nur über die Nährsonde sichergestellt werden kann.

Bei Verdacht auf Schluckstörungen: Hustenreflexe und Zungenmotorik testen. Wenn nicht vorhanden: Arzt informieren: Patienten keine Nahrung geben.


Ziele:


  1. ausreichende Ernährung auf möglichst natürliche Weise
  2. komplikationsloses Essen und Trinken

PFLEGEMASSNAHMEN:


1. Auf richtige Körperhaltung achten:


  • Oberkörper in Mittelstellung und Sitzstellung 90°: Plegischen Arm auf Nachttisch oder Tisch auflegen, evtl. plegische (gelämte) Seite mit Kissen abstützen (Patient darf nicht zur Seite kippen!).
  • Für ruhige Atmosphäre sorgen und sicherstellen, daß der Patient nicht abgelenkt wird.
  • Schulter und Kopf bei der Nahrungsaufnahme leicht nach vorne beugen (aktiver Transportweg, Patient spürt die Nahrung eher und bevor sie im Rachen ankommt, er verschluckt sich weniger).
 

2. Individuelle Auswahl der Nahrung und der Hilfsmittel:

  • breiige bis feste Nahrung bevorzugt anbieten, vor allem bei häufigem Verschlucken. Auf Flüssigkeit verzichten.
  • mittelgroßen, abgerundeten Eßlöffel benutzen (Gabel = Verletzungsgefahr; kleiner Löffel läßt sich schlechter führen und abstreifen)
  • Getränke mit Teelöffel oder Tasse anbieten (bessere Dosierung)Schnabelbecher nur bei Patienten mit intaktem Schluckreflex verwenden (wegen schlechter Dosierung, Flüssigkeit läuft zu schnell in den Rachen, bevor dies wahrgenommen werden kann: Verschlucken, Husten, Aspiration)
  • Speisen/Getränke für den Patienten gut sichtbar und erreichbar plazieren (auf evtl. bestehende Gesichtsfeldeinschränkung achten)

3. Darauf achten, daß der Patient das Essen vollständig herunterschluckt und keine Speisereste im Mund verbleiben:

  • Mund insbesondere nach der Nahrungsaufnahme kontrollieren: Patienten ggf. nachschlucken, räuspern und abhusten lassen
  • Reichen die aufgeführten Maßnahmen nicht, um eine ausreichende, komplikationslose Ernährung sicherzustellen, ist das weitere Vorgehen gemeinsam mit dem Arzt, Patienten, evtl. Angehörigen und ggf. Ergotherapeuten und Logopäden zu besprechen.

Hinweis:


Neben den technischen Hilfen ist Geduld (Zeit) und Einfühlungsvermögen entscheidend für den Erfolg. Ein Delegieren dieser Pflegetätigkeit an nicht speziell angeleitetes Pflegepersonal oder Angehörige ist in Anbetracht der Gefahren nicht zulässig.


Menükarte mit dem Vermerk "Schluckstörungen" kennzeichnen.

 


Dieser  Standard, basiert auf den von

A.v. Stösser herausgegeben

"Qualitätsstandards in der Krankenpflege".

Weiterverarbeitung ist nur unter Gewährleistung einer korrekten

Quellenangabe gestattet.


Herzlicher Dank an Frau Adelheid von Stösser www.pflegekonzepte.de für die Erlaubnis zur Verwendung der Standards an dieser Stelle.


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Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter