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Apoplexie (Schlaganfall): An- und Auskleiden


Das An- und Auskleiden von Patienten mit einer Hemiplegie (Halbseitenlähmung) unterscheidet sich von dem allgemein üblichen Vorgehen, weil die Arm- und Beingelenke auf der plegischen (gelähmten) Seite vor Überdehnung, Luxation (Auskugeln von Gelenken, Verrenken) oder anderer unsachgemäßer Behandlung geschützt werden müssen.


Schüler, Praktikanten und Angehörige müssen deshalb entsprechend angeleitet werden.


Hinweis: Bei der Auswahl unbedingt darauf achten, dass die Kleidungsstücke weit genug sind! Patienten und Angehörige müssen entsprechend informiert werden!

 

A) Ankleiden


Merke: zuerst gelähmte, dann gesunde Seite

  1. Anziehen von geschlossenen Kleidungsstücken (z.B. Nachthemd):

    Ärmel für den gelähmten Arm zusammenraffen, von vorne durch den Ärmel fassen und mit der eigenen Hand/Unterarm den plegischen Unterarm so halten, daß Ellbogen und Handgelenk nicht durchhängen. Mit der anderen Hand den Hemdsärmel über den Arm des Patienten streifen. Anschließend den gesunden Arm anziehen und das Nachthemd über den Kopf des Patienten ziehen (evtl. ist es erforderlich, daß beide Arme hoch gelegt bzw. hoch gehalten und der Kopf des Patienten angehoben wird). Patienten etwas aufrichten und das Nachthemd glatt nach unten ziehen, evtl. im Lendenbereich nach oben falten.

    Ist der Patient zu schwer für Sie, so das Sie ihn nicht aufrichten können, drehen Sie ihn zum glatt ziehen des des Kleidungsstückes auf die Seite. Besser noch hohlen Sie eine zweite Pflegekraft.

  2. Anziehen von vorne offenen Kleidungsstücken (z.B. Morgenrock):

    Ärmel am gelähmten Arm wie bei 1. vorbereiten und anziehen, Patienten hinsetzen (bei Bedarf unterstützen), Morgenmantel hinter dem Rücken des Patienten vorbeiführen, so daß dieser seinen gesunden Arm in den zweiten Ärmel stecken kann.


  3. Anziehen von Hosen, Schlüpfer u.ä.:

    Hosenbein auf plegischer Seite zusammenraffen und vorsichtig über den plegischen Fuß bis zum Unterschenkel ziehen (Kniegelenk unterstützen bzw. Patienten drehen), anschließend Hosenbein am gesunden Bein anziehen, Hose bis zu den Oberschenkeln hochziehen, Gesäß leicht anheben bzw. den Pat. drehen oder aufstellen lassen (unterstützen), Hose komplett hochziehen.


 B) Auskleiden


Merke: zuerst gesunde, dann gelähmte Seite


  1. Ausziehen von geschlossenen Kleidungsstücken (z.B. Nachthemd):

    Knöpfe o.ä. öffnen, Nachthemd bis unter die Arme hoch raffen, Patienten etwas aufrichten oder aufsetzen, bei Bedarf mit einer Hand auf der gelähmten Seite, im Schulterblattbereich unterstützen (niemals am plegischen Arm/Schultergelenk ziehen), Nachthemd mit der anderen Hand von der Rückenseite, über den Kopf und die gesunde Seite streifen, anschließend über den plegischen Arm ausziehen.

  2. Ausziehen von vorne offenen Kleidungsstücken (z.B. Morgenrock):

    Morgenrock vorne öffnen, Patienten aufrichten (s.o.), Morgenrock über beide Schultern nach hinten soweit wie möglich herunterziehen, erst den gesunden Arm aus dem Ärmel befreien, dann den plegischen Arm.

  3. Ausziehen von Hosen, Schlüpfern u.ä.:

    Hose bis zum Unterschenkel herunterziehen, zuerst das gesunde Bein, dann das plegische Bein ausziehen (Bein oberhalb der Kniekehle etwas anheben).

Versuchen Sie niemals dem Patienten mit “Gewalt” ein zu enges Kleidungsstück anzuziehen.

 

Dieser Standard, basiert auf den von A.v.Stösser herausgegeben


 "Qualitätsstandards in der Krankenpflege".


Weiterverarbeitung ist nur unter Gewährleistung einer korrekten

Quellenangabe gestattet.


Herzlicher Dank an Frau Adelheid von Stösser www.pflegekonzepte.de für die Erlaubnis zur Verwendung der Standards an dieser Stelle.

Impressum
Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter