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Zum Begriff des EBN


Der Begriff EBN wurde aus der englischen Sprache übernommen und bedeutet: auf Beweisen basierende Pflege.

Evidence = der Beweis

EBN entwickelte sich aus dem medizinischen Bereich.

Evidence-based Medicine (EBM) wurde von Sacket et al. (1996) definiert als bewusstes, ausdrückliches und umsichtiges Anwenden des gegenwärtig stärksten externen Beweises in der Entscheidung für die Versorgung einzelner Patienten.

Die Pflegeprofessionen definieren EBN als die Nutzung der derzeit besten wissenschaftlichen Ergebnisse in der Zusammenarbeit zwischen Patienten und professionell Pflegenden.

(modifiziert nach Behrens & Langer, 2004, S. 21)

Die ausgewählten Pflegemaßnahmen waren lange Zeit auf traditionelles Erfahrungswissen der Pflegenden gestützt. Patientenwünsche hatten weniger Relevanz, ebenso konnten Umweltfaktoren vernachlässigt werden.

Beispielsweise wurden Angehörige lange nicht als Ressource wahrgenommen; Pflegevereine mit ihren Sozialstationen übernahmen einen Großteil der häuslichen Pflege ohne hohe finanzielle Belastung der Betroffenen. Es stellte sich nicht die Überlegung, ob eine Pflegeintervention für 300,- € oder für 50,- € mit derselben Wirkung vorzuziehen sei.

Im Zuge der Veränderungen im Gesundheitswesen kam die Beachtung von Kontextfaktoren, wie z.B. die Finanzen, hinzu. Patientenwünsche wurden dann interessant, wenn sie bei ihrer Berücksichtigung zur Kostenersparnis beisteuern konnten.

Heute soll die pflegerische Entscheidung vier Faktoren berücksichtigen: Patientenpräferenzen, Pflegeexpertise, Kontext und Forschungsresultate.

(Behrens & Lange, 2004)

Die Komponenten einer pflegerischen Entscheidung nach Behrens & Lange, 2004, sind:


  1. Patientenpräferenzen:

    Die Komponente Patientenpräferenzen bedeutet, die Bedürfnisse, Vorlieben sowie die individuelle Intimsphäre der Patienten zu beachten. Patienten/Angehörige, die mitentscheiden wollen und können, müssen mit einbezogen werden.

  2. Expertise:

    Die Expertise der Pflegenden bedeutet eine interne Evidenz und bezieht sich auf die Erfahrungen und Fertigkeiten, die Pflegende im Laufe ihrer Berufsausübung erwerben.

    Eine erfahrene Pflegeperson entwickelt ein Gefühl dafür, was für den Patienten in welcher Situation angemessen ist und kann intuitiv entscheiden, welche bestimmte Pflegemaßnahme in dieser Situation die richtige ist.

    Eine Pflegeperson benötigt - über die Erfahrung hinaus, welche zu intuitiven Handlungen führt - eine Fach- und Methodenkompetenz. Des Weiteren sollen die Entscheidungen reflektiert getroffen sowie eine angemessene Kommunikation mit Behandlungsteam und Patient/Angehörige gefunden werden.

  3. Kontext (äußere Faktoren):

    Beim Kontext spielt die Struktur des Gesundheitswesens eine wesentliche Rolle.

    Hat die Klinik den Auftrag der Maximal- oder Grundversorgung? Handelt es sich um eine Einrichtung der Langzeitpflege oder der häuslichen Pflege? Unter welchen Arbeitsbedingungen, wie z.B. Anzahl der Pflegepersonen, sollen die Pflegeleistungen erbracht werden?

    Ebenso beeinflussen rechtliche Verpflichtungen die Umweltbedingungen sehr stark. Die Verpflichtung zum Qualitätsmanagement ist dabei ein wesentlicher Faktor. Leistungserbringer sind zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Die Leistungen müssen dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen und in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden. Leistungserbringer haben sicherzustellen, dass die Leistungen nach allgemeinem anerkanntem Stand medizinisch und nach pflegerischer Erkenntnis erbracht werden. Das Wirtschaftlichkeitsgebot verweist darauf, dass Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen.

  4. Forschungsresultate:

    Die vierte Komponente für die pflegerische Entscheidung sind Forschungsresultate aus den verschiedenen gesundheitswissenschaftlichen Gebieten, vor allem aus der Pflegewissenschaft. Sie bilden die externe Evidenz. Entscheidungen und Handlungen können auf Basis der wissenschaftlichen Resultate begründet werden. Dabei ist zu beachten, dass wir heute mit einem Wissensverfallsdatum von etwa 3-5 Jahren zu rechnen haben. Aus diesem Grunde ist es unabdingbar, sich regelmäßig Fachkenntnisse anzueignen und zu aktualisieren. Unterstützung finden wir z.B. in Fachzeitschriften.

    In der Pflegepraxis stellt sich immer wieder die Frage, ob wir zeitgemäß pflegen oder ob das angewandte Wissen und die Methoden bereits veraltet sind.

    Diese Veränderung bewegt heute Pflegemanagerinnen, für den Wissenschaftstransfer spezielle Expertenstellen zu bilden.

    Mit dem Anspruch, wirksame Pflegeinterventionen anzuwenden, gewinnt das Konzept der Advanced Nursing Practice an Bedeutung: Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse soll eine erweiterte, spezialisierte Pflege umgesetzt werden (Sachs, 2007; Spirig & DeGeest, 2004).

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