Startseite Nachrichten Lesezeichen Kommentare Logout
  Registrieren
Seiten der Lektion
Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Definition und Ursachen eines Notfalls
Ziele des Kurses
Notfälle, eine Frage der Betrachtung
Definition eines Notfalls
Aufbau des Herzens
Blutversorgung des Herzens
Erregungsbildung und Erregungsleitung
Herzleistung und Herzzyklus
Anatomie des Luftweges
Atemregulation
Atemmechanik
Atmung - Gasaustausch Atmung - Gasaustausch
Der Kreislauf
Lebensbedrohliche Störungen der Herzfunktion
Lebensbedrohliche Störungen der Atmung
Lebensbedrohliche Störungen des Kreislaufs
Zusammenfassung
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
Kontrollfragen zum Kurs (Im Demo deaktiviert)
Anzeigen
ALLE KURSE

Lebensbedrohliche Störungen des Kreislaufs


Neben einem Pumpversagen des Herzens kann auch eine schwere Störung des Kreislaufs, also des „Straßennetzes" für das Blut, zu einem Notfall führen. Fällt die Kreislauffunktion aus, kommt es zwangsläufig zu einem Stillstand des Herzens und der Atmung.


Auf die unterschiedlichen Schockformen wurde schon im Kurs „Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 3) - Hypotonie: Ursachen, Diagnose, Therapie und Pflege” eingegangen, deshalb an dieser Stelle keine Wiederholung. Für Details zu den anderen Erkrankungen, klicken Sie bitte auf  „Mehr …".


  • Hypovolämischer Schock - Volumenmangelschock
  • Septischer Schock     
  • Allergischer Schock     
  • Kardiogener Schock     
  • Massive gastrointestinale Blutung

    Mehr …

  • Lungenembolie

    Mehr …

  • Spannungspneumothorax

    Mehr …

Die Liste ist nicht vollständig. Die häufigsten Ursachen des Kreislaufstillstandes werden jedoch genannt.


Gastrointestinale Blutung, Ösophagusvarizenblutung


Ösophagusvarizen sind Erweiterungen der Venen in der Speiseröhre. Die Venen der Speiseröhre gehören zu einem Kollateralkreislauf bei Pfortaderhochdruck. Eine Ösophagusvarizenblutung ist akut lebensbedrohlich, sie mündet binnen kurzer Zeit in einen hämorrhagischen Schock (häufigste Unterform des hypovolämischen Schocks).


Ursachen:


  • Vorbestehende Leberzirrhose. Circa ein Drittel aller Patienten mit Leberzirrhose erleiden eine Ösophagusvarizenblutung.

Symptome:


  • Massives Bluterbrechen
  • Teerstühle, eventuell mit Blutbeimengungen
  • Zeichen des hypovolämischen Schocks (Blutdruckabfall, Tachykardie, blasse kühle Haut, Zentralisation, Bewusstseinsstörungen, Kreislaufzusammenbruch)
  • Atemnot und blutiger Auswurf bei Aspiration von Blut in die Luftröhre.

Akuttherapie:


  • Die Akuttherapie ist die des hypovolämischen Schocks.
  • Freihalten der Atemwege durch seitliche Lagerung, damit erbrochenes Blut ablaufen kann.
  • Bei Bewusstlosigkeit Intubation zum Schutz vor Aspiration.

Mit einer Blutstillung wird erst im Rahmen der Intensivtherapie begonnen. Meist geschieht dies endoskopisch durch Verödung der Varizen, eventuell wird eine spezielle Sonde (Sengstaken-Blakemore-Sonde oder Linton-Nachlas-Sonde) in die Speiseröhre und den Magen eingeführt. Teile dieser Sonden sind mit einem Ballon ummantelt. Wird dieser Ballon aufgeblasen, so wird die Blutung durch den Druck gestillt.


Seitenanfang


Lungenembolie


Den Verschluss eines arteriellen Blutgefäßes des Lungenkreislaufs durch ein Blutgerinnsel (selten Luft, Gewebeteilchen oder Fett) bezeichnet man als Lungenembolie. Eine Lungenembolie ist eine akut lebensbedrohliche Erkrankung und eine gefürchtete Komplikation bei Operationen und Entbindungen.


Ursachen:


  • Tiefe Venenthrombosen der Becken oder Beinvenen.
  • Thrombenbildung im rechten Herzen, z.B. bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern.
  • Andere Thrombosen, z.B. der Vena subclavia bei liegendem, zentralem Venenkatheter.

Symptome:


  • Plötzlich auftretende Luftnot
  • Schnelle Atmung
  • Anzeichen eines Sauerstoffmangels
  • Husten
  • Schmerzen in der Herzgegend
  • beschleunigter Puls
  • niedriger Blutdruck
  • gestaute Halsvenen
  • Angst und Beklemmungsgefühl
  • Schweißausbruch
  • Schock
  • Herz-Kreislauf-Stillstand

Akuttherapie:


  • Halbsitzende Lagerung
  • absolute Bettruhe (keine weiteren Lagerungsmaßnahmen, es besteht die Gefahr, dass sich ein weiterer Thrombus löst!)
  • Sauerstoffgabe 6 Liter/ Minute, eventuell Intubation und Beatmung
  • Venenzugang
  • Sedierung und Schmerzbekämpfung
  • Heparingabe
  • Eventuell Schockbehandlung
  • gegebenenfalls Reanimation
  • Verlegung des Patienten auf die Intensivstation

Eine andere Wahl der Therapie ist die medikamentöse Thrombolyse. Das Blutgerinnsel wird mit Medikamenten aufgelöst, dadurch wird die verschlossene Lungenarterie wieder durchgängig. Eventuell kann das Blutgerinnsel chirurgisch entfernt werden. Suche und Behandlung der zugrunde liegenden Thrombose.


Wichtig:


Nicht selten geht einer fulminanten Lungenembolie eine weniger schwere voraus!


Seitenanfang


Spannungspneumothorax

Beim Pneumothorax dringt Luft in den Pleuraspalt ein, hier herrscht normalerweise ein Unterdruck. Dringt nun Luft in den Pleuraspalt, kollabiert die Lunge der betroffenen Seite. Es kommt zu einer Beeinträchtigung der Atmung.


Beim Spannungspneumothorax (Ventilpneumothorax) dringt mit jedem Atemzug Luft in den Pleuraspalt, diese Luft kann jedoch nicht entweichen. Es baut sich ein starker Druck in der betroffenen Thoraxseite auf. Die großen Venen im Thorax werden komprimiert, der Rückstrom des Blutes ist stark behindert, es kommt zum Schock und Kreislaufversagen.


Ursachen:


  • Ohne erkennbare Ursachen, vor allem bei jüngeren schlanken Männern.
  • Vorbestehende Lungenerkrankungen, z.B. Lungenemphysem.
  • Thoraxverletzungen (Rippenbrüche, Stichverletzungen usw.)
  • Latrogen (durch Arzt verursacht), z.B. Pleurapunktion, Anlage eines Subclaviakatheters, Operationen.

Symptome:


  • Stechender Schmerz in der betroffenen Thoraxhälfte.
  • Hustenreiz, Atemnot.
  • „Nachhängen" der betroffenen Thoraxhälfte.
  • Eventuell Hautemphysem (die Haut knistert, wenn man mit dem Finger darauf drückt), insbesondere bei traumatisch bedingtem Pneu, im Umfeld der Verletzungsstelle.
  • Abgeschwächtes Atemgeräusch auf der betroffenen Seite.
  • Lauter Klopfschall auf der betroffenen Seite.

Bei Spannungspneumothorax zusätzlich:


  • Zunehmende Atemnot
  • Zyanose
  • Tachykardie, Blutdruckabfall
  • Gestaute Halsvenen
  • Schock

Therapie:


Die Therapie des Pneumothorax zielt darauf ab, die kollabierte Lunge durch das Einlegen einer Thoraxdrainage (mit Sog) wieder zu entfalten. Bis zum Einlegen einer Thoraxdrainage reicht es meist aus, dem Patienten Sauerstoff zu verabreichen und Schmerzen zu bekämpfen. Anders verhält sich dies jedoch beim Spannungspneumothorax, hier ist sofortiges und beherztes Handeln erforderlich.


Akuttherapie:


  • Sauerstoffgabe
  • Sofortige Entlastung des Pneumothorax durch Punktion der betroffenen Thoraxseite mit einer großlumigen Kanüle. Über das stumpfe Ende der Kanüle wird ein eingeschnittener Fingerling gezogen und z.B. mit einem Faden oder Pflaster fixiert. Dieser Fingerling wirkt wie ein Ventil, Luft kann durch den Schlitz entweichen, jedoch nicht angesaugt werden. Punktiert wird im 2.ICR (Intercostalraum) auf der Medioclavikularlinie.

Seitenanfang


Drucken und kopieren der Seite ist nur für registrierte Benutzer möglich!

Sind die Qualitätsmanagementbeauftragter oder verantwortlich für die Personalentwicklung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung, lohnt sich die Umsetzung eines eigenen Lernmanagementsystems mit E-Learning Kursen


  Zur Anmeldung!


Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie Vollzugang zu allen 51 Kursen und den kommentierten 545 Kontrollfragen.

Für jeden erfolgreich bearbeiteten Kurs werden Fortbildungspunkte der "RbP – Registrierung beruflich Pflegender GmbH" ausgewiesen. Der 6-Monats-Zugang kostet einmalig 24,00 Euro (Pauschalbetrag), also umgerechnet 4,- € pro Monat!

Weitere Informationen zur Anmeldung!


Zurzeit finden Sie hier 51 Kurse zu folgenden Themen:

  • Grundlagen des Pflegeberufs (3 Kurse)
  • Organsysteme des Menschen (2 Kurse)
  • Grundlagen der Anatomie und Physiologie (5 Kurse)
  • Gesundheitspflege und Prävention (3 Kurse)
  • Ethik (1 Kurs)
  • Krankenbeobachtung Körpertemperatur (3 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Puls (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Blutdruck (4 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Atmung (3 Kurse)
  • Pflege bei Störungen der Atmung (1 Kurs)
  • Notfall und Wiederbelebung (7 Kurse)
  • Das Ohr - Hören - Schwerhörigkeit (1 Kurs)
  • Nationale Expertenstandards - Einführung (1 Kurs)
  • Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege (7 Kurse)
  • Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Urinausscheidung (4 Kurse)

Zu allen 51 Kursen gibt es kostenlose Testzugänge

Sie enthalten rund 1/3 der Kursseiten im Volltext. Alle anderen Seiten werden teilweise dargestellt. Hierzu ist keine Anmeldung erforderlich! Testzugänge finden Sie hier.


Identnummer: 20091216

Sie möchten sich jetzt nicht anmelden? Kein Problem! Rufen Sie einfach weitere Testseiten dieses Kurses oder anderer Kurse auf.

Weitere kostenlose Informationen (Anschriften von Ausbildungsstätten, Prüfungsfragen, Facharbeiten sowie Informationen zur pflegerischen Aus- und Weiterbildung) finden Sie auf www.pflege-kurse.de

 

Druckvorschau

Zum Seitenanfang

 

 
Impressum
Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter