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Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Definition und Ursachen eines Notfalls
Ziele des Kurses
Notfälle, eine Frage der Betrachtung
Definition eines Notfalls
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Erregungsbildung und Erregungsleitung
Herzleistung und Herzzyklus
Anatomie des Luftweges
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Atemmechanik
Atmung - Gasaustausch Atmung - Gasaustausch
Der Kreislauf
Lebensbedrohliche Störungen der Herzfunktion
Lebensbedrohliche Störungen der Atmung
Lebensbedrohliche Störungen des Kreislaufs
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Lebensbedrohliche Störungen der Herzfunktion


Notfälle und Reanimationen haben ihren Grund häufig in akuten Störungen der Herzfunktion. Fällt das Herz als Kreislaufpumpe aus, kommt es zwangsläufig zu einem Kreislaufstillstand und in der Folge zu einem Ausfall der Atmung.


Nachfolgend finden Sie eine Liste häufiger akuter und bedrohlicher Herzfunktionsstörungen. Um nähere Erläuterungen zu diesen Erkrankungen zu erfahren, klicken Sie bitte auf „mehr".


  • Der Herzinfarkt, häufigster lebensbedrohlicher Notfall - Ursachen, Symptome und Akutbehandlung

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  • Akute Linksherzinsuffizienz, speziell mit Hinblick auf das Lungenödem

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  • Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern, Kammerflattern, AV-Block 3.Grades

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  • Verletzungen des Myokards: Das Herzwandaneurysma, die Herzruptur, die Herzbeuteltamponade

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Herzinfarkt


Unter einem Herzinfarkt versteht man die Nekrose eines umschriebenen Herzmuskelbezirks. Ein bestimmter Teil des Herzmuskels ist abgestorben. Dieser abgestorbene Teil des Herzmuskels kann also bei der Kontraktion des Herzens nicht mehr mitarbeiten.


Ursachen:


  • Meist ist eine koronare Herzkrankheit (KHK), also eine degenerative Veränderung der Herzkranzgefäße mit Minderdurchblutung des Herzmuskels vorbestehend.
  • Zum Infarkt selbst führen länger andauernde Spasmen der Herzkranzgefäße, insbesondere bei einer vorbestehenden Verengung der Herzkranzgefäße.
  • Die Bildung von Gefäß verschließenden Thromben (Blutgerinnseln) in den Herzkranzgefäßen. Brechen Ablagerungen an der Innenseite der Herzkranzgefäße (Plaque) auf, so bilden sich an dieser Stelle Blutgerinnsel. Diese Blutgerinnsel führen zum Verschluss des Koronargefäßes.

Auslösende Faktoren sind häufig akute körperliche oder seelische Belastungen und Stress-Situationen in Verbindung mit starken Blutdruckschwankungen.

Herzinfarkte treten nicht selten in den frühen Morgenstunden (2 - 3 Uhr) und während des Übergangs von Nachtruhe zum Tagesrhythmus auf.

Symptome:


  • Heftigster Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm, die Magenregion, den Kiefer oder die rechte Schulter. Dieser Schmerz wird auch als „Vernichtungsschmerz" bezeichnet.

Lebensgefahr Herz, Herzinfakt Schmerzen der Vernichtungsschmerz

Abb. 46: Schmerzausstrahlung Herzinfarkt © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Grau-blasse Haut, Angst, Übelkeit, Erbrechen, eventuell ist der Patient kaltschweißig.
  • Blutdruckabfall (flacher Puls) und Herzrhythmusstörungen, die häufig von der Kammer ausgehen, bis hin zum Kammerflimmern, was einem Kreislaufstillstand gleichkommt.
  • Luftnot.
  • Akutes Herzversagen, plötzlicher Herztod.
  • Eventuell Verwirrtheit, besonders bei älteren Patienten.

Diagnose:


Die Diagnose eines Herzinfarktes stützt sich auf drei Gesichtspunkte:

  • Das klinische Bild, also die oben beschriebene Symptomatik.
  • Spezifische Veränderungen im EKG, dem Elektrokardiogramm.
  • Laboruntersuchungen. Beim Untergang von Herzmuskelzellen werden bestimmte Enzyme ins Blut abgegeben. Die Abweichungen von Normwerten können im Krankenhauslabor bestimmt werden.

Manche Herzinfarkte laufen weitgehend ohne erkennbare Symptome ab, sie werden als „stille Infarkte" bezeichnet, z.B. bei Diabetikern.


Akuttherapie:


Die Therapie des Herzinfarktes ist gegliedert:

  • Allgemeinmaßnahmen: venöser Zugang, Sauerstoffgabe, Schmerzbehandlung, Gabe von Heparin und Acetylsalicylsäure (Wirkstoff von Aspirin) intravenös, eventuell Gabe von Nitroglycerin. Sedierung des Patienten. Sofortige Verlegung des Patienten auf die Intensivstation. Die allgemeinen Maßnahmen richten sich nach dem klinischen Bild, sie können je nach Situation bis zum Beginn einer Reanimation reichen.
  • Reperfusionstherapie: Ziel ist es hier, den Verschluss des Herzkranzgefäßes rückgängig zu machen, also das Gefäß wieder zu öffnen. Zwei Verfahren können hier angewendet werden. Einmal kann versucht werden, einen Thrombus mit Medikamenten aufzulösen (Fibrinolyse). Die zweite Methode bedarf eines Linksherzkatheters, der in die Koronargefäße eingeführt wird, um das verschlossene Gefäß zu weiten und so wieder durchgängig zu machen.
  • Intensivüberwachung. Vermeidung und Behandlung von Komplikationen.


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Akute Linksherzinsuffizienz - das Lungenödem


Die Linksherzinsuffizienz bezeichnet eine Leistungsschwäche der linken Herzkammer. Kommt es zu einer Volumenüberlastung, ist das linke Herz nicht in der Lage, das ankommende Blut aus dem kleinen Kreislauf ausreichend in den großen Körperkreislauf zu pumpen. Das Blut staut sich im kleinen Kreislauf und damit in der Lunge. Die gefährlichste dieser Stauung ist das Lungenödem. Blutplasma tritt als seröse Flüssigkeit in die Alveolen ein. Der Patient „ertrinkt" von innen. Ein akutes Linksherzversagen kann sich auch als Vorwärtsversagen zeigen. Beim Vorwärtsversagen wird vom linken Herzen zu wenig Blut in den großen Kreislauf ausgeworfen, es kommt zur akuten Minderdurchblutung der Organe. Im Weiteren wird das Lungenödem beschrieben.


Ursachen:


  • Herzinfarkt
  • Hypertonie
  • koronare Herzkrankheit
  • Kardiomyopathie
  • erworbene Herzfehler
  • akute Überwässerung, z.B. durch Infusionstherapie

Symptome:


  • Zunehmende Atemnot
  • Zyanose
  • Rasselnde Atemgeräusche (Sie hören ein Lungenödem von Weitem).
  • Der Puls ist schnell, der Blutdruck meist zuerst hoch, später sehr niedrig oder nicht messbar.
  • Der Patient ist unruhig, hat Angst, sitzt auf der Bettkante und ist meist kaltschweißig, eventuell verwirrt.
  • Ohne Behandlung führt ein Lungenödem zum hypoxischen Herzstillstand.

Therapie:


  • Oberkörper hoch und Beine tief lagern (durch diese Lagerung wird das Flüssigkeitsangebot an das Herz verringert, da ein Teil des Blutes in die Venen der Beine sackt). Sitzt der Patient auf der Bettkante, lassen Sie ihn sitzen, sofern er das Sitzen toleriert.
  • Sauerstoffgabe
  • Gabe von Diuretika und Nitroglycerin (nach RR)
  • Sedierung
  • Verlegung auf die Intensivstation

Anmerkung:


  • Meist hat ein Lungenödem kardiale Ursachen, wie oben genannt. Ein Lungenödem kann jedoch auch toxisch, allergisch, aufgrund von Eiweißmangel oder auf dem Boden einer Infektion entstehen.

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Herzrhythmusstörungen


Kammerflimmern


Lebensgefahr Herz, EKG Kammerflimmern

Abb. 46: EKG - Kammerflimmern © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Beim Kammerflimmern kontrahieren sich nur einzelne Muskelareale des Herzmuskels. Die Frequenz liegt zwischen 300 und 450 (in Ausnahmefällen auch höher) pro Minute. Es kommt zu keiner geregelten Kontraktion und damit zu keiner Auswurfleistung des Herzens. Der Kreislauf steht still!

Ursachen:


  • Herzinfarkt
  • Lungenembolie
  • Elektrolytentgleisungen
  • Stromunfall

Ein Kammerflimmern kann sich aus sämtlichen schnellen Herzrhythmusstörungen entwickeln.


Therapie:


  • Defibrillation
  • Reanimation

Kammerflattern


Lebensgefahr Herz, EKG Kammerflattern

Abb. 47: EKG Kammerflattern © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Kammerflattern ist der direkte Vorläufer des Kammerflimmerns. Die Herzkammern kontrahieren sich relativ regelmäßig mit einer Frequenz von ca. 250/min. Die Auswurfleistung des Herzens ist jedoch minimal. Ein Puls ist nur selten tastbar, der Patient wird meist binnen Sekunden bewusstlos.

Ursachen:


  • Wie Kammerflimmern

Therapie:


  • Bei tastbarem Puls etwa Amiodaron, z.B. Cordarex® intravenös, sonst Defibrillation, gegebenenfalls Reanimation.

AV-Block 3.Grades


Lebensgefahr Herz, EKG AV-Block 3. Grades

Abb. 48: AV-Block 3.Grades © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Hierbei ist die Überleitung vom Vorhof zur Kammer blockiert. Normalerweise bilden dann Zentren in der Kammer (AV-Knoten, His-Bündel) einen Ersatzrhythmus mit einer sehr langsamen Frequenz (25-35/min).
  • Liegt ein Kammerersatzrhythmus vor, so ist die Situation nicht akut lebensbedrohlich, die Patienten sind meist ansprechbar, jedoch sehr schwach und absolut nicht belastbar.
  • Fehlt der Ersatzrhythmus jedoch - im EKG sind dann nur P-Wellen (Vorhofaktion) zu sehen, wie oben -, kommt das einem Herzstillstand gleich. Die Kammern stehen still! Es muss dann augenblicklich mit der Wiederbelebung begonnen werden.

Ursachen:


  • Ursachen eines AV-Blocks 3.Grades sind z.B. degenerative Veränderungen des Reizleitungssystems
  • Myokardinfarkt
  • Digitalisüberdosierung

Therapie:


  • Medikamentös wird ein AV-Block 3.Grades mit Atropin und Orciprenalin behandelt. Ebenso kann der Einsatz eines Herzschrittmachers erforderlich sein.

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Verletzungen des Myokards

Herzwandaneurysma


Ein Herzwandaneurysma ist eine Aussackung der Herzwand. Der Bereich des Aneurysmas nimmt an der Kontraktion nicht Teil, und die Herzwand bewegt sich paradox, d.h., wenn sich der Rest der Herzwand kontrahiert, das Herz sich also verkleinert, wölbt sich das Aneurysma nach außen. Lokalisiert ist ein Herzwandaneurysma meist an der linken Herzkammer.


Ursachen:


  • Häufigste Ursache eines Herzwandaneurysmas ist ein Herzinfarkt. Bei 10% aller Infarktpatienten kommt es im Verlauf zur Ausbildung eines Herzwandaneurysmas.

Symptome:


  • Rhythmusstörungen
  • Linksherzinsuffizienz

Komplikationen:


  • Ein Herzwandaneurysma selbst ist vom klinischen Erscheinungsbild eher weniger spektakulär. Gefürchtet sind jedoch die Komplikationen, wie z.B. Embolien und die Ruptur des Aneurysmas mit Blutung in den Herzbeutel.

Therapie:


  • Die Behandlung richtet sich primär nach der Symptomatik. Ein Herzwandaneurysma wird, falls möglich, herzchirurgisch saniert.

Herzruptur


  • Zerreißt die Herzwand, spricht man von einer Herzruptur. Blut ergießt sich nun mit hohem Druck in den Herzbeutel, eine Herzbeuteltamponade bildet sich aus.
  • Ursachen sind traumatische Verletzungen des Herzen (Schuss, Stich, stumpfes Thoraxtrauma und Ähnliches), Herzmuskelerweichung, Herzwandaneurysma. Die Symptome und Therapie entsprechen denen der Herzbeuteltamponade (siehe unten).

Herzbeuteltamponade


Bei der Herzbeuteltamponade füllt sich der Herzbeutel nach einer Herzruptur mit Blut oder Exsudat (Flüssigkeit, die bei Entzündungen aus Zellen und Gewebe austritt) bei Entzündungen des Herzbeutels. Der zunehmende Erguss führt zur Kompression bis hin zur Abquetschung der Vena cava (Hohlvene) und damit zum Herzversagen.

Ursachen:

  • Herzruptur
  • Perikarditis

Symptome:

  • Tachykardie
  • Blutdruckabfall
  • gestaute Halsvenen
  • Dyspnoe
  • Zeichen des kardiogenen Schocks
  • Herzkreislaufstillstand

Therapie:

  • Punktion des Herzbeutels
  • symptomatische Therapie
  • Behandlung der Ursache

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Identnummer: 20091216

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