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Einleitung: Medizinische Ethik – was ist das?
Ziele des Kurses
Wann beginnt das Leben?
Geburtenkontrolle
Sterilisation
Insemination
Schwangerschafts-abbruch
Wann endet das menschliche Leben?
Sterbehilfe
Zusammenfassung
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Wann endet das menschliche Leben?


Analog zu der Frage, wann das Leben beginnt, stellt man sich heutzutage die Frage, wann jemand wirklich tot ist. Als die Intensivmedizin in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfunden worden war, ging es nicht darum, den Tod auf alle Fälle zu verdrängen oder ihn für den Patienten auf der Intensivstation erträglicher zu machen, sondern das primäre Ziel war es, einen schwerverletzten Menschen über die kritische Zeit hinwegzuhelfen. Die Intensivmedizin lässt sich daher folgendermaßen definieren: Sie ist das Zusammenwirken von Techniken, durch die die Hauptfunktionen eines lebenden Organismus, die temporär versagen, übernommen werden, und das manchmal während eines sehr langen Zeitraums. Hier eine kleine Statistik: Circa 70 Prozent der Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt und gepflegt werden, verlassen diese wieder lebend. Für unseren Kontext ist jedoch die Tatsache wichtiger, dass es die menschliche Initiative ist, die in den natürlichen Lebenslauf mithilfe verschiedener Techniken interveniert.

Und um welche Techniken handelt es sich dabei? Man kann das Ernährungsgleichgewicht eines Patienten künstlich aufrechterhalten, oder man kann ihn an eine Maschine anschließen und seinen Körper reinigen, das heißt, die Maschine übernimmt die Aufgabe der beschädigten Nieren (Dialysegerät zur Blutreinigung). Ein Mensch kann auch mittels einer Maschine künstlich beatmet werden. Und die einzige Möglichkeit, zu erfahren, ob der Patient zu einem bestimmten Zeitpunkt ohne diese Maschinen weiterleben kann, ist, sie abzuschalten. Und das ist freilich mit großen Risiken verbunden.

Früher wurde ein Mensch für tot erklärt, wenn er nicht mehr atmete. Um sich seines Todes zu versichern, hielt man ihm einen Spiegel vor die Nase, und wenn der Spiegel nicht beschlug, war der Mensch tot. Heute dagegen können alle vitalen Funktionen von Maschinen übernommen werden. Nach medizinischen Kriterien jedoch entspricht der Tod dem Aufhören der vitalen Funktionen. Aber der Mensch ist nicht unbedingt tot, nur weil sein Herz nicht mehr (allein) schlägt, seine Lungen nicht mehr (allein) atmen und sein Blut nicht mehr (allein) fließt. Da nun alle Vitalfunktionen durch Maschinen ersetzbar sind, reichen die medizinischen Kriterien nicht mehr aus. Die Anwendung biologischer Kriterien wäre ebenfalls nicht ausreichend: Ginge man davon aus, ein Organismus wäre tot, weil keine energetische Interaktion zwischen seinen Zellen mehr stattfindet, so wäre das tatsächlich kein zwingendes Argument, da nicht alle Zellen gleichzeitig sterben und der Zellabbau schneller oder langsamer erfolgen kann.

Was aber ist denn nun das ärztliche Kriterium dafür, ob ein Mensch tot ist? Nun, ein menschlicher Organismus wird dann für tot erklärt, wenn man in stündlichen Intervallen ein flaches „Elektroenzephalogramm“ erhält. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Gehirn so schwer geschädigt ist, dass das Führen eines wirklichen menschlichen Lebens nie mehr möglich sein wird. Denn der diagnostizierte Zustand schließt die weitere Atem-, Kreislauf- und Nierentätigkeit aus.

Dieses neurologogische Kriterium für den Tod eines Organismus birgt auch eine metaphysische Dimension, und zwar die Frage, was den Menschen eigentlich ausmacht. Denn da das Gehirn die Basis für das Bewusstsein und für die Kommunikation darstellt, ist das Kennzeichen des Menschen eben seine Fähigkeit, zu handeln und mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Aber sterben die meisten Menschen tatsächlich bei vollem Bewusstsein und bei voll funktionierender Kommunikationsfähigkeit? Oft ist der Tod eine Folge einer Medikamentisierung des Sterbenden, so dass je nach Anwendung dem sterbenden Menschen sein eigener Tod genommen wird. Im Grunde genommen gibt es drei Möglichkeiten, um im medizinischen Sinne die Konfrontation mit dem Tod zu vermeiden:


  • Aktive Sterbehilfe
  • Dem Sterbenden wird etwas vorgemacht, das ist natürlich Heuchelei. Man spricht und handelt mit dem Patienten, als liege nichts Gravierendes vor und der Tod sei in weiter Ferne. Das hindert den Sterbenden natürlich daran, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren und für die ihm verbleibende Zeit er selbst zu bleiben. Dieses ganze Szenario lässt sich schließlich mit
  • „Medikamenten Cocktails“ beenden. Sie werden dem Patienten verschrieben, damit er in eine Art Bewusstlosigkeit fällt. Dadurch wird natürlich auch die Arbeit der Pflegekräfte erleichtert. (Ein Medikamenten Cocktail ist eine Zusammensetzung von Arzneimitteln, die bei Einnahme eine betäubende Wirkung zeigt und letztendlich zu Bewusstlosigkeit und Tod führt.)

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  • Notfall und Wiederbelebung (7 Kurse)
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