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Schwangerschaftsabbruch


Ein Schwangerschaftsabbruch diente dazu, ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Methoden für solch einen Abbruch gab es viele; im Folgenden seien nur die wichtigsten genannt:


  • Verwendung spezieller Kräuter
  • Vaginale Instillationen
  • Einleitung von Frühgeburten
  • Mechanische Schädigung des Fötus

Ein altes Motiv für einen Schwangerschaftsabbruch war die Familienplanung und die Behebung individueller ökonomischer Notsituationen. Aus heutiger Sicht kommen freilich noch andere Gründe hinzu: eine zu starke Belastung der Partnerschaft durch ein Kind, Überforderung der familiären Situation, gestiegene Ansprüche an die eigene Lebensqualität, Überlastung der Familiensituation durch zu viele Kinder, sozialgesellschaftliche Verhältnisse und natürlich die Selbstbestimmung der Frau, ihrer vermeintlichen Fremdbestimmung als Mutter durch ein von der Natur vermeintlich vorgezeichnetes Schicksal zu entgehen.

Aus ethischer Perspektive ist klar, dass durch einen Schwangerschaftsabbruch ein im Entstehen begriffenes Leben beendet wird. Das ist etwas völlig anderes als eine Empfängnisverhütung, durch die die Entstehung von Leben verhindert wird.

Die pränatale Psychologie deutet jedoch darauf hin, dass schon vor der Geburt eine Sozialisierung des im Werden begriffenen Lebens beginnt. Ist es also ethisch vertretbar, Leben zu beenden?

Eine auf religiösen Voraussetzungen basierende Position erklärt, es sei unter ethischen Prämissen stets unzulässig, menschliches Leben zu beenden, ganz gleich, ob es sich erst im Entstehungsprozess befindet oder bereits geboren ist. Denn kein Mensch habe das Recht, über das Leben eines anderen zu verfügen. Das leuchtet auch ein, und es bedarf hier nicht einmal der religiösen Untermauerrung. In einigen Ländern existiert heute noch die Todesstrafe, in denen dieser fundamentale ethische Grundsatz stillschweigend ignoriert oder zugunsten des jeweiligen Rechtssystems eingeschränkt, interpretiert oder gänzlich außer Kraft gesetzt wird. Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau, ein wichtiger Verfechter der Aufklärung, ging davon aus, dass der Mensch von Natur aus „gut“ sei. Seine weitere Entwicklung hinge von anderen Faktoren wie Erziehung, soziales Umfeld usw. ab. Die Ironie des Schicksals zeigt jedoch, dass selbst die Französische Revolution, einst ganz den Werten der Aufklärung verschrieben, blutrünstig Köpfe en masse von der Guillotine rollen ließ!

Doch zurück zu unserem Thema. Ein Schwangerschaftsabbruch kann mitunter notwendig erscheinen, wenn es nur die eine Möglichkeit gibt, das Leben der Mutter zu retten.

Eine zweite Position, die auch der Rechtsprechung der Bundesrepublik entspricht, ist die Güterabwägung. In der BRD ist ein Schwangerschaftsabbruch nur dann straffrei, wenn eine psychische oder physische Bedrohung der Mutter durch keinerlei andere Mittel abgewendet werden kann, der Embryo schwere Schäden aufweist oder die Mutter durch ein Notzuchtverbrechen schwanger geworden ist.

Drittens gibt es noch die Meinung, die besagt: Jede Regelung, die das Selbstbestimmungsrecht der Frau außer Acht lässt, sei falsch und der menschlichen Freiheit unzuträglich. Hierbei wird nicht der Schwangerschaftsabbruch als solcher aus ethischer Sicht diskreditiert, sondern der Umgang der Frau inklusive ihres Lebens- oder Ehepartners mit der Eigenverantwortung gegenüber dem eigenen Leben wird einer Bewertung unterzogen. Hier wird die Eigenständigkeit des im Werden begriffenen Lebens mitsamt seinem Wert geleugnet. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann nur noch ein Mittel der Selbstentfaltung.


Eine Position einzunehmen, die für alle Involvierten gleichermaßen einleuchtend und verbindlich ist, ist unmöglich. Der Arzt und seine Helfer müssen ihre eigene Haltung finden, so dass sie handlungsleitend agieren und ihrem Gewissen gemäß handeln können. Die Grenze der ärztlichen Freiheit bei dieser Entscheidungsfrage liegt dort, wo die Freiheit der anderen in unzumutbarer Weise beeinträchtigt wird.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch fungiert der Arzt als Berater und Begleiter der Frau. Das heißt nicht, dass der Arzt seine eigenen Überzeugungen zu diesem Thema verwerfen muss. Vielmehr muss er zu seinen Überzeugungen stehen und diese der Frau anbieten. Denn zu den Aufgaben der Ethik gehörte schon immer die Beratung zu einem guten und glücklichen Leben, und nicht etwa die Durchsetzung normativer Paradigmen. Zur Ethik gehört auch, dass alle Betroffenen für ihre Überzeugung einstehen oder eine solche gemeinsam im offenen Diskurs erarbeiten.


Die Rechtslage in der Bundesrepublik

In der BRD ist ein Schwangerschaftsabbruch gemäß § 218 grundsätzlich strafbar. Der § 218 a des Strafgesetzbuches erklärt den vom Arzt mit Zustimmung der Schwangeren durchgeführten Abbruch für rechtens, wenn bestimmte medizinisch-soziale, eugenische, kriminologische oder Notlagenindikationen vorliegen und der Eingriff in einer bestimmten Frist erfolgt. Die Schwangere muss sich vor dem Eingriff von dem Arzt und einer Institution wie etwa Pro Familia beraten lassen. Desweiteren darf der Schwangerschaftsabbruch nur in einem Krankenhaus oder dafür zugelassenen Einrichtung durchgeführt werden.


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