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Einführung: Krankenbeobachtung - Atmung, Störungen der Atmung, diagnostische Maßnahmen
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Fachbegriffe zur Beschreibung der Atmung


Zur Beschreibung der Atmung bzw. ihrer Einschränkungen werden einige Fachbegriffe verwendet. Diese Begriffe zu kennen ist nicht nur erforderlich, um bestimmte Prüfungen zu bestehen. Vielmehr lässt sich dadurch eine Störung der Atmung exakter bestimmen. Wir beginnen einfach mit der normalen, ruhigen Atmung.


Eupnoe


Als Eupnoe bezeichnet man die normale physiologische Atmung. Die Atmung ist nicht behindert, die Atemfrequenz und die Atemtiefe sind normal. Auffällige Atemgeräusche sind nicht zu hören.

Für die Eupnoe gibt es also keine krankhaften Ursachen, es ist alles „schick“. Anders ist es beim folgenden Begriff.


Dyspnoe


Atemnot bezeichnet man allgemein als Dyspnoe. Hierbei ist das subjektive Empfinden des Patienten maßgeblich, d. h, auch wenn er objektiv normal atmet, kann er Luftnot empfinden. Die Dyspnoe ist meist mit einer erhöhten Atemfrequenz und/oder einer flachen Atmung verbunden, manchmal atmet der Patient jedoch betont tief.

Auf den folgenden Seiten wird ausführlich auf die Dyspnoe eingegangen.


Hypopnoe


Dies ist eine Störung der Atmung, bei der das Atemzugvolumen auf mindestens die Hälfte des normalen Volumens verringert ist und dieser Zustand mehr als zehn Sekunden anhält. Bei der Cheyne-Stokes-Atmung können Sie dies vor und nach den Apnoephasen beobachten.


Hyperpnoe


Nun, wenn Sie wissen, worum es sich bei der Hypopnoe handelt, dann ahnen Sie, dass die Hyperpnoe das Gegenteil ist, eben eine Atmung mit sehr tiefen Atemzügen.

Hypopnoe und Hyperpnoe sagen nur etwas darüber aus, ob die Atmung flach oder vertieft ist. Ob sie dem Bedarf angemessen ist, wird mit diesen Begriffen nicht beschrieben, sondern nur, dass die Atmung auffällig verändert ist.


Hypoventilation


Hypoventilation ist eine krankhafte Verminderung der normalen Lungenbelüftung. In der Folge ist der Gasaustausch in der Lunge gestört, der Kohlendioxidwert im Blut steigt an, der Sauerstoffwert sinkt.

In der Praxis wird der Begriff der Hypoventilation jedoch breiter verwendet.

So wird allgemein eine verminderte und nicht dem Bedarf entsprechende Atmung als Hypoventilation bezeichnet. Ebenso wird eine Atemdepression als Hypoventilation bezeichnet.

Ursachen einer Hypoventilation sind z.B.:


  • Eine teilweise oder komplette Lähmung des Zwerchfells durch eine Schädigung des Nervus phrenicus.

  • Obstruktive Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COLD. Bei diesen Erkrankungen kommt es zu Engstellungen der Bronchien.

  • Restriktive Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose oder Missbildungen des Brustkorbs. Hierbei ist das Lungengewebe oder der Brustkorb selbst weniger beweglich bzw. dehnbar.

  • Schädigungen des Atemzentrums oder eine durch Medikamente (Opiate, Benzodiazepine) verursachte Atemdepression.

  • Pickwick-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine durch Adipositas (Fettleibigkeit) verursachte Hypoventilation. Das Brustfettgewebe drückt von außen auf den Brustkorb und das Bauchfett drückt von unten gegen das Zwerchfell. Durch beide Faktoren ist die Atmung behindert, es kommt zur Hypoventilation.

Hyperventilation


Es ist das Gegenteil der Hypoventilation, also eine übermäßige Lungenbelüftung, die dem Bedarf nicht entspricht. Anders gesprochen, es wird zu viel geatmet im Verhältnis zum Bedarf an Sauerstoff und der Notwendigkeit, Kohlendioxid abzuatmen. Das Problem ist nicht ein Mehr an Sauerstoff, sondern das zu viel abgeatmete Kohlendioxid. Sinkt der Kohlendioxidgehalt des Blutes unter den Normwert, so verschiebt sich über chemische Reaktionen der pH-Wert in den basischen Bereich.

Und dann ist es nicht weit bis zum Hyperventilationssyndrom. Oft wird das Hyperventilationssyndrom schlicht als „Hyperventilation" bezeichnet.

Die Zeichen des Hyperventilationssyndroms sind:

  • eine beschleunigte Atmung, also eine Tachypnoe

  • Muskelkrämpfe

  • Schwindel

  • Parästhesien, das sind Missempfindungen wie z.B. ein Kribbeln der Hände.

  • Angst (und damit verbunden eine verstärkte Atmung, die das Problem noch verschlimmert).

  • Nehmen die Muskelkrämpfe im Bereich der Hand und des Unterarms zu, kommt es zur „Pfötchenstellung“ der Hände.


    Abb. 1: Hyperventilation - Pfötchenstellung © Andreas Heimann-Heinevetter

Wie kommt es zu einem Hyperventilationssyndrom und wodurch kann es ausgelöst werden?

  • Stress- und Angstgefühle

  • Schmerzen, schmerzhafte Untersuchungen

  • Schädel-Hirn-Trauma,  Schlaganfall - das Atemzentrum kann geschädigt sein.

  • Lungenerkrankungen

  • Drogen! Bei den Hyperventilationen, die ich erlebt habe, spielten Drogen mehr als einmal eine Rolle.

Therapie des Hyperventilationssyndroms


Eine Hyperventilation zu therapieren ist, sofern es sich um Stress- oder Angstgefühle oder Schmerzen handelt, grundsätzlich einfach.

Bei Schmerzen, egal ob eine Untersuchung oder grundsätzlicher Schmerz die Ursache sind, behandeln Sie den Schmerz. Bei Stress und Angst werden vom Arzt beruhigende und angstlösende Medikamente verabreicht, z.B. mit Benzodiazepinen.

Sind keine Medikamente zur Hand, so gibt es eine einfache Möglichkeit, den Mangel an Kohlendioxid im Blut zu beseitigen. Der Betroffene muss es wieder einatmen, also zurückatmen. Wie Sie das machen? Mit einer Tüte!



Abb. 2: Hyperventilation -Rückatmung, www.istockphoto.com, Hyperventilating, Dateinr.: 8438382 © Nina Shannon

Vorgehensweise bei der Rückatmung. Der Betroffene atmet in eine Tüte und atmet diese Luft erneut (und damit das Kohlendioxid) ein. Ich würde dreimal in die Tüte atmen und zurückatmen lassen, danach drei normale Atemzüge (ohne Tüte) und dann wieder dreimal Rückatmung anordnen. Die Symptome sollten sich recht schnell bessern. Außerdem sollten Sie den Patienten beruhigen, ihm die Angst und Aufregung nehmen.

Schwieriger ist die Situation, wenn beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma oder ein Schlaganfall die Ursachen der Hyperventilation sind. Auch hier kann akut die kontrollierte Rückatmung hilfreich sein, wahrscheinlich wird jedoch eine angepasste Sedierung erforderlich. Außerdem ist die Grunderkrankung zu berücksichtigen.

Geradezu knifflig ist die Lage, wenn eine Lungenerkrankung die Ursache oder die begleitende Ursache der Hyperventilation ist. In diesem Fall ist wahrscheinlich auch der Sauerstoffgehalt des Blutes verändert. Rückatmung oder Sedierung haben in diesem Fall nicht nur Auswirkungen auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes, sondern auch auf den Sauerstoffgehalt. Infolgedessen sollte der Sauerstoffgehalt des Blutes auf jeden Fall mit beobachtet werden.


Falsche Hyperventilation


Der Begriff der Hyperventilation wird gelegentlich falsch verwendet. Ich möchte drei Beispiele nennen:


  • Beim schwer atmenden Sportler während und direkt nach dem 5000-Meter-Lauf.

    Das ist keine Hyperventilation, auch wenn direkt nach dem Lauf 25 Liter pro Minute durch die Lungen gepumpt werden. Durch die körperliche Anstrengung ist sowohl der Sauerstoffbedarf als auch der Anfall an Kohlendioxid erhöht. Deshalb ist diese verstärkte Atmung dem Bedarf angepasst.

  • Der hoch fiebernde Patient

    Dieser Patient atmet schneller und eventuell vertieft. Auch hier steigt das Atemminutenvolumen an. Doch ähnlich wie beim Sportler ist auch bei Fieber der Sauerstoffbedarf erhöht und es wird mehr Kohlendioxid produziert. So gesehen ist die verstärkte Ventilation bedarfsgerecht.

  • Der Patient im diabetischen Koma mit metabolischer Azidose

    Kurze Erklärung des Begriffs: Steigt der Blutzuckerwert beim Diabetiker extrem an, kann er ins Koma fallen - man spricht dann vom diabetischen Koma. Die Stoffwechselsituation des Diabetikers in dieser Situation führt zu einer Übersäuerung des Blutes, der Azidose. Metabolisch bedeutet das, dass die Übersäuerung stoffwechselbedingt ist.

    Wie Sie wissen, führt ein erhöhter Kohlendioxidwert auch zu einer Übersäuerung des Blutes. Was passiert, wenn durch eine verstärkte Atmung vermehrt Kohlendioxid abgeatmet wird? Der Säurewert des Blutes verschiebt sich mehr in den basischen Bereich.

    Liegt jetzt, wie beim Patienten mit diabetischem Koma, eine Übersäuerung des Blutes durch einen veränderten Stoffwechsel vor, so versucht der Körper dies auszugleichen, indem vermehrt Kohlendioxid abgeatmet wird. Die Übersäuerung des Blutes wird also durch eine verstärkte Atmung wenigstens zum Teil kompensiert.

    Diese Patienten haben eine deutlich verstärkte Atmung in der Atemfrequenz und Atemtiefe, trotzdem würde ich es nicht als Hyperventilation bezeichnen, da die verstärkte Atmung sinnvoll und damit bedarfsgerecht ist.

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Identnummer: 20091216

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