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Erstdiagnostik bei Dyspnoe


Bei einem Patienten mit Atemnot stehen zwei Dinge im Vordergrund:

  1. Die Atemnot zu lindern und zu beseitigen.

  2. Die Ursache der Atemnot zu finden und diese zu beseitigen.

Sie wundern sich über die Reihenfolge der Ziele? Nun ja, eine differenzierte Diagnostik bei Atemnot kann länger dauern. Je nach Heftigkeit der Atemnot würde diese Diagnostik zu lange dauern, der Patient würde diese Zeit nicht überleben.

Hierzu ein Beispiel: Ein Bewohner im Altenheim bekommt am Vormittag plötzlich schlecht Luft. Bekannt sind eine mit Medikamenten eingestellte Hypertonie und eine Linksherzinsuffizienz. In den letzten zwei Tagen hat der Bewohner zweimal morgens direkt nach dem Frühstück erbrochen und damit seine Blutdruck- und Herzmedikamente in den Abfluss befördert. Die Atemnot des Bewohners verschlimmert sich rapide, ein rasselndes Atemgeräusch ist schon an der Tür zum Bewohnerzimmer zu hören, Blutdruck und Herzfrequenz sind deutlich erhöht. Der Rettungsdienst und der Notarzt werden gerufen. Das Pflegepersonal „besorgt"  Sauerstoff und verabreicht ihn dem Patienten (einen nicht benutzten Sauerstoffkonzentrator ausleihen, falls keine Sauerstoffflasche vorhanden ist!).

Ihr Tipp? Was hat der Bewohner?

Würde ich auch tippen: ein Lungenödem aufgrund einer sich akut verschlechternden Linksherzinsuffizienz.

Der Notarzt hört jetzt den Patienten ab, der Blutdruck wird gemessen, die EKG-Überwachung angeschlossen, die Sauerstoffsättigung wird gemessen und eine Verweilkanüle wird gelegt.

Der Patient erhält zwei Hübe Nitro-Spray sowie ein Diuretika und wird auf die Intensivstation des nächstliegenden Krankenhauses gefahren. Dort angekommen, geht es dem Patienten schon deutlich besser, das rasselnde Atemgeräusch ist verschwunden.

Bei der direkt angeordneten Röntgenaufnahme ist nur noch eine mäßige Stauung der Lunge, aber kein Lungenödem mehr zu erkennen. Die Therapie war schneller als die beweisende Diagnostik.

Doch zurück zur Diagnostik bei Luftnot. Man muss zwischen Erstdiagnostik und erweiterter Diagnostik unterscheiden:


Erstdiagnostik


Auskultation der Lunge.

Die Lunge wird mithilfe eines Stethoskops abgehört. Hierbei wird im Wesentlichen auf die Belüftung einzelner Lungenabschnitte sowie auf veränderte Atemgeräusche geachtet.


Perkussion der Lunge.

Perkussionsinstrumente kennen Sie aus der Musik, z.B. das Schlagzeug. Perkussion des Brustkorbs der Lunge bedeutet, die Lunge wird in einer speziellen Technik abgeklopft. Je nachdem, wie der Klopfschall der einzelnen Lungenabschnitte ist, lassen sich Rückschlüsse auf bestimmte Lungenerkrankungen treffen.


Ein normal mit Luft gefülltes Lungengewebe verursacht bei der Perkussion ein lautes, tiefes, lang und hohl klingendes Geräusch. Dies wird als sonorer Klopfschall bezeichnet.

Sie können sich vorstellen, dass der Klopfschall sich verändert, wenn z.B. über einer Flüssigkeitsansammlung geklopft wird. Der Klopfschall wird in diesem Fall hell, leise und klingt nur kurz. Dies wird als gedämpfter Klopfschall bezeichnet. Mann findet ihn bei einem Pleuraerguss, Lungenödem aber auch bei Lungenentzündungen.

Ist die Lunge überbläht, wie z.B. bei Asthma oder einem Lungenemphysem, so ist der Klopfschall hohlklingend, lauter und anhaltender als der normale Klopfschall. Man spricht von einem hypersonoren Klopfschall. Bei einem Pneumothorax findet sich dieser Ton in gesteigerter Form über der betroffenen Seite.


Untersuchung des Mund-Rachen-Raumes

Selbstverständlich gehört ein Blick in Mund und Rachen zur Erstdiagnostik bei Dyspnoe, nicht zuletzt weil Fremdkörper oder ein Sekret die Atmung erheblich behindern können.


Befragung des Patienten

Durch die Befragung des Patienten oder des Pflegepersonals (wenn der Patient nicht selbst antworten kann) erhält der Arzt wichtige Informationen über den Verlauf, die Art und mögliche Ursachen der Dyspnoe. Folgende Fragen sollten gestellt werden. Übrigens können Sie als Pflegepersonal auch danach fragen. Ich gebe mal beispielhafte Antworten.

Die Ausgangsituation:

Ich bin mit Luftnot in die Klinik eingeliefert worden. Bei der Auskultation war ein auffälliges Giemen zu hören, das Ganze sah aus wie ein Asthmaanfall. Die Perkussion hat wenig ergeben, weil es mir beim Eintreffen in der Klinik schon besser ging. Es ist Frühsommer (schön wär‘s, zurzeit hier: minus zehn Grad).

  • Arzt: Wann ist die Luftnot aufgetreten, wo waren Sie zu dem Zeitpunkt?

    Patient: Ich war mit den Kindern im Wald. Auf einer Lichtung haben wir ein Picknick gemacht. Das erste in diesem Jahr.

  • Arzt: Hatten Sie sonst noch Beschwerden?

    Patient: Ja, meine Augen juckten ein wenig, und ich musste ein paarmal niesen, aber wahrscheinlich habe ich nur beim Tollen mit den Kindern etwas ins Auge bekommen.

  • Arzt: Gibt es auslösende oder erschwerende Faktoren?

    Patient: Wie meinen Sie das?

    Arzt: Nun, ob Sie vielleicht selbst eine Idee haben, wie es zu der Luftnot gekommen ist, oder haben Sie Vorerkrankungen im Bezug auf die Lunge?

    Patient: Also, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Bis jetzt bin ich, abgesehen von einer Erkältung, gesund gewesen, und ich rauche seit drei Jahren nicht mehr. Erschwerend? Wir sind ein Stück gewandert, aber da ging es mir gut, erst auf der Wiese fing das nach einiger Zeit mit der Luftnot an.

  • Arzt: Gibt es einen Zusammenhang mit körperlicher Belastung?

    Patient: Ich sagte ja schon, ich habe mit den Kindern getobt, aber ich glaube nicht, dass es daran liegt. Sie müssten uns mal im Schwimmbad sehen.

    Aber da fällt mir ein, bei uns im Garten haben wir so einen steilen Hang, den mähe ich immer mit der Sense, zweimal im Jahr. Da bekomme ich auch schlecht Luft, aber das liegt bestimmt am heißen Wetter. Mit der Sense können Sie ja nur arbeiten, wenn es richtig trocken ist.

  • Arzt: Diese Luftnot heute, war das während des Balgens mit den Kindern oder danach?

    Patient: Richtig gespürt habe ich das erst danach, aber begonnen hat das schon, als ich mit den Kindern tobte.

    Arzt: Ist das im Garten, wenn Sie da den Hang mit der Sense mähen, genauso?

    Patient: Wenn Sie so fragen, schon, aber ich gehe halt recht schnell ins Haus, ist eben nur ein kleines Stück Hang.

  • Arzt: Wenn Sie Luftnot haben, ist das zeitweilig oder andauernd?

    Patient: Ich habe keine Luftnot, ich habe nur heute schlecht Luft bekommen!

    Arzt: Und im Garten!

    Patient: Zeitweilig, sagte ich doch ... wenn ich ins Haus gehe, wird es besser.

  • Arzt: Die Luftnot, ist die immer gleich oder verändert sie sich, wird besser oder schlechter?

    Patient: Also heute, die war schlimm, so schlimm habe ich das noch nie erlebt. Aber als ich dann in dem Rettungswagen war, ging es mir schnell besser. Was haben die mir da eigentlich gegeben?

    Arzt: Cortison!

    Patient: Dieses Teufelszeug?!

    Arzt: Es hilft, der Körper produziert es selbst. Also, verändert sich die Luftnot?

    Patient: Sie meinem im Garten? Also, wenn ich im Haus bin, geht es mir schnell besser. Wir lassen die Fenster ja auch meistens zu, damit die Hitze nicht hineinkommt.

  • Arzt: Gibt es einen Zusammenhang mit der Tageszeit?

    Patient: Sie meinen, wenn ich mit meinen Kindern ein Picknick mache oder im Garten arbeite? Nein, aber mit dem Wetter: Es muss schön sein.

    Arzt: Nachts tritt die Luftnot also nicht auf?!

    Patient: (fragend blickend) Sie fragen, ob ich nachts mit meinen Kindern ein Picknick mache oder im Garten arbeite?

    Arzt: Nein, ich frage, ob Sie nachts schon einmal Luftnot hatten.

    Patient: Nein, aber die Idee, mit meiner Frau ein nächtliches Picknick zu machen, ist gut.

    Arzt: Vielleicht auch nicht, jedenfalls nicht auf einer Lichtung.

  • Arzt: Diese Luftnot, tritt die in einer bestimmten Körperlage auf?

    Patient: Wie bitte?!

    Arzt: Nein, verstehen Sie mich nicht falsch. Ich meinte: Ist Ihnen aufgefallen, dass zum Beispiel im Liegen, Stehen oder Sitzen die Luftnot häufiger auftritt?

    Patient: Ach so. Nein, also heute hat das ja ehrlich gesagt im Liegen begonnen, und es wurde schlimmer, als ich gesessen habe. Und im Garten beginnt es im Stehen und wird besser im Sitzen.

  • Patient: Sie haben mich ja jetzt viel gefragt. Wissen Sie denn nun, warum ich so schlecht Luft bekommen habe?

Na? Haben Sie einen Tipp für den Arzt?

Ich tippe auf allergisches Asthma.

Sie kennen Ihre Patienten, Ihre Bewohner: Spielen Sie diese Fragen einfach mal durch.

Die geschilderte Situation würde ich mal als geklärt ansehen. Doch was ist, wenn eine Ursache nicht so einfach zu finden ist, was passiert an weiterer Diagnostik?

Die oben beschriebenen vier Diagnoseschritte lassen sich ohne großen Aufwand durchführen. Der Hausarzt kann sie in der Praxis oder beim Hausbesuch durchführen.

Die auf der Folgeseite genannten Schritte gehören schon zur erweiterten Diagnostik.


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