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Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Atemwege freimachen
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Verlegung der Atemwege - Ursachen
Verlegung der Atemwege ohne Beteiligung eines Fremdkörpers
Symptome einer Verlegung der Atemwege
Atemwege freimachen - unkompliziert
Teilweise Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper - Vorgehen
Schwere, komplette Verlegung der Atemwege - Vorgehen
Vorgehen bei Verengung der Atemwege ohne Fremdkörper
Hilfsmittel
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Absaugung durch den Mund
Absaugung durch die Nase
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Absaugung durch die Nase


Die nasale (über die Nase) Absaugung ist die Methode, die ich bevorzuge. Für den Patienten kann sie sehr viel schonender sein. Demjenigen, der absaugt, sei gesagt: Es gibt in der Nase keine Zähne, die ein Absaugen unmöglich machen.


Kleiner Trick zu Beginn: Betäuben Sie die Nasenschleimhaut bei einem wachen Patienten mit Lokalanästhetika Gel. Spritzen Sie einfach etwas von diesem Gel in das Nasenloch, über das Sie absaugen möchten. Dann wird Ihr Patient das Einführen des Katheters nicht als schmerzhaft empfinden, und er ist bereit, Ihnen zu vertrauen und mitzuarbeiten.


Nasale Absaugung


Bei der nasalen Absaugung führen Sie den Absaugkatheter durch die Nasenöffnungen ein. Sie saugen weniger die Nasenhöhle selbst, sondern den Rachen ab. Es ist relativ einfach, den Absaugkatheter über Nase und Rachen bis in die Trachea vorzuschieben.


Atemwege freimachen, nasale Absaugung

Abb. 52: Nasale Absaugung (am Patienten natürlich mit Handschuh) © Andreas Heimann-Heinevetter

Sie tragen, wenn möglich, sterile Einweghandschuhe, und jeder Absaugkatheter wird nur einmal verwendet!


Bei Patienten mit akuter Blutungsneigung, also einer schlechten Blutgerinnung, sollten Sie nach Möglichkeit auf die nasale Absaugung verzichten.

Die nasale Absaugung kann starke Blutungen der Nasenschleimhaut verursachen.


Wenn Sie nur den Rachen absaugen, gehen Sie wie folgt vor:


  • Nehmen Sie den Absaugkatheter aus der Verpackung und verbinden Sie ihn mit dem Absauggerät.

  • Streichen Sie die Spitze des Absaugkatheters mit einem anästhesierenden Gel ein (z.B. Xylocain Gel 2%®). Steht kein anästhesierendes Gel zur Verfügung, feuchten Sie den Absaugkatheter z.B. mit physiologischer Kochsalzlösung oder notfalls Wasser an.

  • Halten Sie als Rechtshänder den Katheter in der rechten Hand.


    Atemwege freimachen, nasale Absaugung, richtige Haltung des Absaugkatheters

    Abb. 53: Nasale Absaugung - Absaugkatheter halten © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Ziehen Sie mit der anderen Hand die Nasenspitze des Patienten etwas hoch zur Stirn.

    Atemwege freimachen, nasale Absaugung, Einführen des Absaugkatheters an der Nasenspitze

    Abb. 54: Nasale Absaugung - Nasenspitze © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Führen Sie nun den Absaugkatheter vorsichtig in den unteren Nasengang ein.


    Atemwege freimachen, nasale Absaugung, Vorschieben des Absaugkatheters durch den unteren Nasengang

    Abb. 55: Nasale Absaugung - unterer Nasengang © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Führen Sie den Absaugkatheter nicht nach oben (in Richtung des Gehirns), sondern in Richtung der Halswirbelsäule ein.

  • Gehen Sie behutsam vor - es kommt leicht zu Blutungen.

  • Sobald Sie die hintere Nasenmuschel überwunden haben (nach ca. neun Zentimetern), spüren Sie eine Engstelle. Der Katheter lässt sich schwerer vorschieben – Sie sind im Rachen angelangt. Jetzt können Sie intervallweise mit dem Absaugen beginnen.

  • Führen Sie den Absaugkatheter weiter bis auf eine Tiefe von ca.18 Zentimetern vor, also bis zum Kehlkopf. Auch dort sollten Sie absaugen.

  • Wenn Sie das Sekret entfernt haben, ziehen Sie den Katheter langsam unter Sog wieder hinaus.

Bei der nasalen Absaugung besteht, wie bei der oralen Absaugung, die Gefahr, dass der Patient erbricht. In diesem Fall ist die Gefahr jedoch geringer. Allerdings ist das Risiko, die Schleimhäute zu verletzen, insbesondere beim Einführen des Katheters, größer als bei der oralen Absaugung.


Wird die Trachea abgesaugt, ist der nasale Weg vorzuziehen. Über diesen Weg ist es einfacher, den Absaugkatheter in den Kehlkopf einzuführen und ihn danach weiter in die Trachea vorzuschieben.


Patient mit Atemstillstand


  • Bevor Sie die Trachea nasal absaugen, saugen Sie den Rachenraum ab. Es gilt, möglichst wenige Keime in die Luftröhre zu verschleppen.

  • Nehmen Sie einen neuen Absaugkatheter und bereiten Sie ihn wie oben beschrieben vor. Achten Sie darauf, dass der Katheter steril bleibt.

  • Ziehen Sie einen sterilen Einweghandschuh über Ihre Arbeitshand.

  • Führen Sie den Absaugkatheter (wie oben beschrieben) ohne Sog etwa 18 Zentimeter durch die Nase. Die Spitze des Katheters befindet sich nun etwa vor dem Kehlkopf.

  • Nun saugen Sie einmal kurz ab, so dass der Katheter durchgängig ist.

  • Drücken Sie den Kehlkopf leicht in Richtung der Halswirbelsäule.


    Atemwege freimachen, nasale Absaugung, Sellik-Handgriff

    Abb. 56: Nasale Absaugung – Sellik-Handgriff © Andreas Heimann-Heinevetter

    Durch dieses Manöver, auch Sellik-Handgriff genannt, lässt sich der Katheter leichter in die Luftröhre einführen. In der Trachea selbst lässt sich der Katheter sehr leicht vorschieben. Dies ist ein Kriterium, um die Lage der Katheterspitze abzuschätzen.

  • Schieben Sie den Katheter ohne Sog weiter vor, bis Sie einen Widerstand spüren - die Spitze des Absaugkatheters stößt auf die Carina.

    Absaugung, carina

    Abb. 57: Nasale Absaugung - Carina © Andreas Heimann-Heinevetter


    Ziehen Sie den Katheter einen Zentimeter zurück.

  • Unter leicht drehenden Bewegungen ziehen Sie den Katheter unter Sog komplett zurück.

Patient mit erhaltener Spontanatmung


  • Bei einem Patienten, der noch atmet, ist das Einführen des Katheters in die Luftröhre einfacher.

  • Führen Sie den Absaugkatheter (wie schon oben beschrieben) durch die Nase bis zum Kehlkopf vor. Patienten im Wachzustand klären Sie zuvor über Ihr Vorhaben auf.

  • Ob die Spitze des Absaugkatheters vor dem Kehlkopf (also bei ca. 18 cm) liegt, überprüfen Sie wie folgt: Trennen Sie den Absaugkatheter vom Absauggerät. Horchen Sie mit dem Ohr, ob Sie Atemgeräusche hören.



    Abb. 58: Nasale Absaugung - Atemgeräusche vor der Trachea © Andreas Heimann-Heinevetter

  • Ist kein Atemgeräusch zu hören, liegt die Spitze des Katheters bereits in der Speiseröhre, oder sie ist verstopft. Verbinden Sie den Katheter mit dem Absauggerät; saugen Sie einmal kurz, um eine mögliche Verstopfung zu beseitigen. Prüfen Sie erneut, ob ein Atemgeräusch auszumachen ist. Ist immer noch kein Atemgeräusch zu hören, liegt der Katheter schon in der Speiseröhre. Ziehen Sie in diesem Fall den Absaugkatheter ca. drei Zentimeter zurück; nun müsste ein Atemgeräusch hörbar sein. Die Spitze des Katheters liegt jetzt vor dem Kehlkopf.

  • Verbinden Sie nun den Katheter wieder mit dem Absauggerät. Fordern Sie den Patienten nach Möglichkeit zum Husten auf. Kleine Manipulationen am Absaugkatheter reichen häufig aus, um einen Hustenstoß zu provozieren. Während des Hustens schieben Sie den Absaugkatheter weiter vor. Hustet der Patient nicht, warten Sie seine Einatmung ab und schieben den Katheter weiter vor.

  • Ansonsten gehen Sie vor, wie bereits oben beschrieben.

Warnhinweise:


Der Absaugvorgang selbst darf nicht länger als 15 Sekunden dauern (Hypoxiegefahr).


Gehen Sie behutsam vor; es besteht permanent die Gefahr, die Schleimhaut zu verletzen.


Der Absaugvorgang insgesamt ist für den Patienten belastend. Haben Sie keinen Erfolg beim Einführen des Katheters in die Luftröhre (zwei Versuche), dann verzichten Sie darauf. In diesem Falle muss der Arzt mit Hilfe des Laryngoskopes unter Sicht absaugen. Warten Sie nicht, verständigen Sie ihn sofort!


Die tracheale Absaugung kann Herzrhythmusstörungen und auch Spasmen der Bronchien verursachen.


Üben Sie das Absaugen unter Anleitung!


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Identnummer: 20091216

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