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Infos zur Altenpflegeausbildung   


Altenpflege: die Ausbildung


Sie interessieren sich für den Beruf der Altenpflegerin bzw. des Altenpflegers. Auf dieser Seite finden Sie einige grundlegende Informationen zum Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers.


Ihre Person:


Um diesen Beruf auszuüben, sollten Sie als Person einige Grundvoraussetzungen mitbringen, meines Erachtens als Pflegekraft, die nicht nur im Krankenhaus und vorwiegend im Intensivbereich gearbeitet hat, sondern auch in Alten- bzw. Pflegeheimen.


Sie sollten schon ein Menschenfreund sein und sich grundsätzlich für den Menschen interessieren. Die Altenpflege ist - und das ist meine Erfahrung -  anders als die Krankenpflege. In der Altenpflege haben Sie es teilweise durchaus mit gesunden, sehr lebenserfahrenen, liebenswerten und klugen alten Menschen zu tun. Alt zu sein ist keine Krankheit und ebenso wenig ein gewisser Grad an Gebrechlichkeit. Auf Bäume klettert man als Kind - Sie machen das wahrscheinlich auch nicht mehr. Jedoch haben Sie es auch mit pflegebedürftigen und kranken Menschen zu tun.


Die nachfolgende Einschätzung beruht auf meiner persönlichen Erfahrung. Lange Jahre arbeitete ich auf der Intensivstation. Die Altenpflege ist anders und ebenso wertvoll wie die Intensivmedizin. Die Intensivmedizin ist sehr krankheitsbezogen. Selbstverständlich spielt der Mensch eine große Rolle, doch entscheidend ist die akute gesundheitliche Gefährdung, die es abzuwenden gilt. Die Krankenpflege im Allgemeinen ist zwar auch krankheitsbezogen, aber es wird der allgemeinen Lebenssituation des Patienten mehr Rechnung getragen. Nicht zuletzt ist es ja das Ziel, den Patienten wieder in sein normales Leben zu integrieren. Die Altenpflege hingegen richtet den Fokus meiner Ansicht nach deutlich intensiver auf den Menschen und seine vergangene, aktuelle und zukünftige Lebenssituation. Sie versucht, dem Menschen ein möglichst erfülltes Leben zu ermöglichen, trotz vorhandener (evtl. krankheitsbedingter) Einschränkungen oder Behinderungen. Der Krankheitsbezug liegt mehr im Bereich der pflegerischen Versorgung. Altenpflege und Krankenpflege sind gleichwertige Berufsbilder mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Toleranz und Geduld sind wichtige Voraussetzungen in diesem Beruf! Toleranz, weil Sie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und verschiedensten Weltanschauungen und mit unterschiedlicher persönlicher Geschichte begegnen. Geduld, weil gerade im Alter die geistigen und körperlichen Fähigkeiten nachlassen. Neugierde (im Sinne von Interesse) und Verschwiegenheit halte ich ebenso für angemessene Grundvoraussetzungen in diesem Beruf. Sie sollten körperlich fit sein, denn die Pflege ist teilweise körperlich anstrengend, und Belastbarkeit ist meiner Meinung nach auch eine wichtige Voraussetzung. In der Pflege erleben Sie häufiger Situationen, in denen Sie nicht eine, sondern drei Aufgaben zu erledigen haben - und diese möglichst gleichzeitig. Ein grundsätzliches technisches Verständnis ist hilfreich. Sie bedienen als Pflegekraft u.a. technische Geräte, und pflegerische Handlungen sind nicht selten mit physikalischer Kraft verbunden, wenn Sie z.B. jemanden auf die Bettkante setzen müssen. Technisches Verständnis bedeutet nicht, dass Sie alles im Voraus wissen müssen, aber dass Sie etwas nachvollziehen können, wenn man Ihnen etwas erklärt. Ja, und dann ist da noch ein Punkt - ich würde es Optimismus nennen. Ihnen werden Menschen begegnen, die - teilweise zu Recht - hoffnungslos sind. Und diese Menschen müssen Sie an die Hand nehmen. Schließlich sollten Sie in der Lage sein, Niederlagen zu verkraften.


Der Pflegeberuf ist ein schöner Beruf. Die Bedingungen sind nicht immer einfach. Es ist viel Arbeit …, aber Sie helfen ganz aktiv, pflegebedürftigen und auch alten Menschen ein erfülltes Leben zu ermöglichen.


Das Berufsbild - Ihr Arbeitsfeld


Im Gegensatz zur Krankenpflege betreuen Sie grundsätzlich keine „Patienten”, sondern versorgen z.B. die Bewohner Ihres Wohnbereiches (stationäre Altenpflege) oder Personen ambulant in deren gewohnter Umgebung (ambulante Pflege).


Sie planen und organisieren die Pflege mit dem Ziel, die Selbstständigkeit der sich Ihnen anvertrauenden Menschen (Patienten) zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen. Im Unterschied zur Krankenpflege beschränkt sich die Rolle des Arztes auf die des Hausarztes (Facharztes), der die ganz normale ambulante ärztliche Versorgung durchführt. Sie dagegen arbeiten im Team, was deutlicher in Einrichtungen der stationären Altenpflege zu spüren ist, weniger jedoch bei der ambulanten Pflege.


Sie definieren pflegerische Ziele, planen die Pflegemaßnahmen und führen sie durch. Sie dokumentieren Ihre Arbeit und reflektieren, ob Ihre Pflegemaßnahmen den gewünschten Erfolg haben. Sie beziehen Angehörige mit ein und führen Maßnahmen der Behandlungspflege durch.


Die Biografie und die Gewohnheiten des von Ihnen betreuten Menschen finden wesentliche Berücksichtigung in der pflegerischen Betreuung. Altersbedingte psychische Veränderungen der älteren Menschen werden von Ihnen beachtet. Sie führen eine Langzeitbetreuung durch.


Die Pflege erlernen Sie in der Ausbildung in Theorie und Praxis, und die Pflege selbst basiert auf pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen.


Als Pflegekraft finden Sie einen Arbeitsplatz in unterschiedlichen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, Einrichtungen der Palliativ-Pflege, aber auch in Krankenhäusern.


Die beruflichen Aussichten im Sinne eines gesicherten Arbeitsplatzes nach der Ausbildung sind gut.


Voraussetzungen


Die nachfolgenden Voraussetzungen sind die gesetzlich geforderten. Es ist möglich, dass einige Ausbildungsstätten diese noch ergänzen.


  • Gesundheitliche Eignung
  • Realschulabschluss oder ein anderer gleichwertiger Schulabschluss
  • Einen Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige schulische Ausbildung in Verbindung mit

a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von mindestens 2 Jahren,

b) einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Krankenpflegehelfer(in) oder Altenpflegehelfer(in). Hierbei betrug die Helferausbildung mindestens ein Jahr.


Die Ausbildung


Die Ausbildung gliedert sich nach dem Altenpflegegesetz in einen praktischen und theoretischen Teil, wobei der praktische Teil überwiegt. Die praktische Ausbildung wird in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen durchgeführt, der theoretische Teil in einer staatlich anerkannten Altenpflegeschule oder gleichgestellten Einrichtung. Die Dauer der Ausbildung beträgt 3 Jahre in Vollzeit.


Die theoretische Ausbildung in der Altenpflege


Die theoretische Ausbildung in der Altenpflege beträgt mindestens 2100 Unterrichtsstunden. Die Inhalte der Ausbildung sind in Lernfelder gegliedert.


Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege


  • Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen. Dies bedeutet die Klärung von Begrifflichkeiten, wie z.B. Krankheit und Behinderung, sowie Konzepte und Modelle der Pflege kennenzulernen. Sie überprüfen diese Modelle anhand konkreter Pflegesituationen. Sie befassen sich mit der Pflegeforschung, Gesundheitsförderung und Prävention. Pflegerelevante Grundlagen der Ethik werden Ihnen nahegebracht. Der Begriff Biografie-Arbeit wird mit Leben gefüllt.
  • Die Pflege alter Menschen planen, durchführen, dokumentieren und überprüfen. In diesem Teil der theoretischen Ausbildung lernen Sie den Pflegeprozess kennen und anwenden: Beobachtungen anstellen und Informationen sammeln, die Pflege planen, sie durchführen und dokumentieren, um sie dann zu evaluieren und gegebenenfalls zu modifizieren. Pflegerische Diagnostik wird Ihnen nahegebracht. Sie befassen sich mit der Dokumentation Ihrer Pflegeleistung in Zusammenhang mit EDV gestützter Pflegeplanung und Dokumentation.
  • Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen. Dies ist zeitlich betrachtet einer der größten Anteile der theoretischen Ausbildung in der Altenpflege. Pflegerisches Handeln hat gewisse Grundlagen: Anatomie, Physiologie, Geriatrie, Gerontopsychiatrie, Psychologie, Arzneimittelkunde, Hygiene und Ernährungslehre. Dieses grundlegende Wissen erlernen Sie bezogen auf Ihr berufliches Handeln. Sie werden also nicht zu Ärzten ausgebildet. Im weiteren Verlauf lernen Sie, dieses Basiswissen mit Ihrem pflegerischen Handeln in unterschiedlichsten Situationen in Verbindung zu bringen.
  • Anleiten, beraten und Gespräche führen. Hierzu zählen Gespräche mit Ihren Bewohnern (oder Senioren, die Sie zu Hause betreuen) und Angehörigen, mit Vorgesetzten und Kollegen. Wichtige Schwerpunkte sind Beratung und Anleitung, auch die Anleitung von Kollegen ohne pflegerische Ausbildung.
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken. Sie führen ärztliche Verordnungen durch, wie z.B. Einreibungen oder Verbandswechsel. Sie lernen die rechtlichen Grundlagen kennen, was Sie dürfen und sollen, und wo Ihre Handlungsfreiheit beschränkt ist. Sie sind für die sich Ihnen anvertrauenden Menschen wichtiges Bindeglied in der Beziehung zum Arzt. Sie, der Arzt, die Sozialarbeiter, die Krankengymnasten und Logopäden bilden das therapeutische Team.

Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung


Hier zeichnen Sie sich aus; und das ist ein Punkt, der die Altenpflege auszeichnet. Sie unterstützen die alten Menschen bei der Lebensgestaltung. Sie ermöglichen ihnen Dinge, zu denen sie alleine nicht in der Lage wären. Großartig!


  • Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen. Altern ist ein Veränderungsprozess: in jungen Jahren endlich 18, bald 30, die Lebensmitte (in den besten Jahren) … dann das Alter. Die demografische Entwicklung bedeutet eigentlich das Verhältnis von alten und jungen Menschen, und das ist spannend. Die Herkunft, die Kultur, das Leben und die Glaubensfragen bestimmen die Lebenswelten. Familienbeziehungen und Sex im Alter (Ja, das gibt es tatsächlich, oder möchten Sie im Alter kein Recht mehr darauf haben?).
  • Alte Menschen bei der Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung unterstützen. Sie helfen, den Wohnraum und das Wohnumfeld des Pflegebedürftigen zu gestalten, sorgen für eine sichere Versorgung mit entsprechenden Hilfsmitteln.
  • Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten helfen. In der Ausbildung lernen Sie, den Tag älterer Menschen mit Ihnen zusammen zu strukturieren sowie Feste und Veranstaltungen einzubinden. Sie lernen die Aufgaben und Organisationsstrukturen von Seniorenvertretungen kennen.

Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit


  • Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen. Sie lernen das bundesdeutsche Sozialsystem kennen; es definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen Ihrer Arbeit. Außerdem werden Ihnen die Einrichtungen des Sozialwesens, die Kooperationen und Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Anbietern und Akteuren des Gesundheits- und Sozialwesens nahegebracht. Nicht zuletzt werden betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte beleuchtet.
  • An qualitätssichernden Maßnahmen in der Altenpflege mitwirken. Qualitätssicherung ist für die Altenpflege gesetzlich verpflichtend. In der theoretischen Ausbildung werden Ihnen die Methoden des Qualitätsmanagements erklärt.


Altenpflege als Beruf


  • Berufliches Selbstverständnis entwickeln. In diesem Unterrichtsteil befassen Sie sich mit der Geschichte des Pflegeberufs. Sie lernen die Berufsgesetze, Berufsverbände und Organisationen der Altenpflege kennen. Die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, aber auch ethische Aspekte Ihrer Arbeit werden betrachtet.
  • Das Lernen lernen. Wie lernt man? Eine nicht unwichtige Frage, vor allem wenn es darum geht, mit neuen Kommunikations- und Informationstechniken umzugehen.
  • Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen. Ihr Beruf ist nicht konfliktfrei. Wie Sie mit den berufstypischen Konflikten umgehen können, wird Ihnen durch die Ausbildung vermittelt.
  • Die eigene Gesundheit erhalten und fördern. Die eigene Gesundheit zu erhalten und zu fördern ist eine der Voraussetzungen, um pflegen zu können. Inhaltlich geht es in dieser Unterrichtseinheit um die persönliche Gesundheitsförderung, um Arbeitsschutz, Stressbewältigung und um die kollegiale Beratung.


Praktische Ausbildung in der Altenpflege


Die praktische Ausbildung beträgt mindestens 2500 Stunden. In der praktischen Ausbildung arbeiten Sie an der geplanten Pflege alter Menschen mit. Sie betreuen, beraten und begleiten. Sie wirken bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen, bei Diagnostik und Therapie mit. Sie lernen das Arbeitsfeld der Altenpflege in ihrer Einrichtung kennen. Mit sich erweiterndem Ausbildungsstand übernehmen Sie selbstständig Teilaufgaben. Sie gestalten z.B. im Rahmen einer Projektarbeit das häusliche Umfeld eines von Ihnen betreuten alten Menschen. Sie werden in der praktischen Ausbildung durch Praxis-Anleiter bzw. Mentoren begleitet.


Ausbildungsvergütung


Die Ausbildungsvergütung ist abhängig von Tarifverträgen, kann also von meinen Angaben abweichen.


  • Erstes Ausbildungsjahr: ca. 790,- €
  • Zweites Ausbildungsjahr: ca. 840,- €
  • Drittes Ausbildungsjahr: ca. 930,- €
 
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Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter